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  A Vampyre Story

Die 90er, das Jahrzent der Adventure. Das Genre unterhält viele Computerspieler. Lucas Arts trägt mit ihren Kultadventurereihen sehr viel dazu bei. Monkey Island, Maniac Mansion, Indiana Jones oder auch Sam and Max, wer spielt sie nicht gerne?

Heute hat LucasArts mit Adventure so gut, wie nichts mehr am Hut. Ein ehemaliger Entwickler blieb dem Genre treu. Er gründete Autumn Moon und arbeitet seitdem an „A Vampyre Story“. Wir konnten das erste Kapitel anspielen. Ob „A Vampyre Story“ die goldene Zeit auferwecken lassen kann, erfahrt ihr in unserer Preview.



Das Supertalent


Mona de la Fitte wurde in Paris geboren und besaß von Kind an nur einen Traum: Sie wollte Sängerin werden. Sie besitzt eine wunderschöne Stimme und will einmal berühmt werden. Eines Tages wird sie von Baron Shrowdy von Kiefer entdeckt, der ihr auf seinem Schloss ein großes Publikum verspricht. Doch daraus wird nichts. Es gibt kein Publikum, stattdessen nur Mauern. Zusätzlich verwandelt sie sich in einen Vampir, verdrängt dies allerdings. Als sich der Baron eines Tages auf den Weg macht um frischen „Wein“ zu holen, wird er von Vampirjägern getötet. Mona will nur noch eines, Freiheit!

Ein Sarg als Inventar


  In „A Vampyre Story“ wird klassisch mit der Maus gesteuert. Mit der linken Maustaste bewegt ihr Mona, mit einem Rechtsklick oder einem Doppelklick könnt ihr euch sofort von Raum zu Raum bewegen. Klickt ihr auf ein Objekt, erscheint ein Aktionskreuz, wie schon damals in „Monkey Island 3“. Nun könnt ihr auf diesem entscheiden, ob ihr das Objekt anschaut, es benutzt, damit sprecht oder euch zu diesem als Fledermaus hin bewegt.

Sammelt ihr einen Gegenstand auf, wird dieser in eurem Inventar abgelegt, das Inventar ist ein kleiner Sarg. Manche Gegenstände, hauptsächlich große, die zu schwer zum Tragen sind, werden als Erinnerung im Inventar gespeichert. Trotzdem können diese normal als Gegenstand benutzt werden. Euer ständiger Begleiter, die Fledermaus Froderick, kann ebenfalls, wie Max in „Sam and Max“ benutzt werden.

Gewalt ist eine Lösung


Mona will wieder ihre Gesangskarriere voran bringen, doch davor muss sie erst einmal nur eines, aus dem Schloss entkommen. Aber wie nur? Der Schlüssel zur Freiheit besitzt ein Gargoyle. Leider gibt es nur einen und wie kann man einen Stein von einem lebenden Stein unterscheiden? Der erste Rundgang durchs Schloss hat unser Inventar schon einmal gefüllt. Wir haben eine Streitaxt, Studentenfutter, Parfum, eine Spieluhr und ein rostiges Schwert.

Da Gewalt natürlich immer eine Lösung ist, packt Mona mit ihren zarten Händen die Streitaxt aus und zerschlägt die Statuen nach und nach. Kurz bevor wir den gesuchten Gargoyle erreichen, meldet er sich vor Angst zu Wort, will uns aber nicht den Schlüssel aushändigen. „A Vampyre Story“ überzeugt im ersten Kapitel mit zahlreichen Verkettungen von Rätseln, die jedoch nicht immer leicht zu lösen sind. Da es ein Comic-Adventure ist, muss man oft um die Ecke denken, um die Rätsels Lösung zu finden. Tipps oder eine sinnvolle Hot Spot-Anzeige gab es

in der Preview-Version noch nicht. Letzteres soll in der  fertigen Version integriert sein. Ob das Adventure dennoch für Einsteiger zu empfehlen ist, ist zweifelhaft.

Für jeden etwas


Merkmale und Kennzeichen alter LucasArts Adventure waren hauptsächlich der Humor und die skurrilen Charaktere. Das in diesem Jahr erschienene Adventure „Edna bricht aus“ konnte damit überzeugen. Im November wird man ähnliche Schlagzeilen lesen, denn auch „A Vampyre Story“ bietet viel Humor und zahlreiche skurrile Charaktere. Es macht Spaß Dialoge mit anderen Figuren zu führen, da man immer wieder durch Anspielungen auf Computerspiele, Witzen oder auf deren Eigenschaften ermuntert wird. Monas Begleiter Froderick besitzt zu jedem Thema einen komischen Kommentar. So erwischt man sich häufig dabei, wie man Froderick als Gegenstand mit anderen Objekten benutzen will, nur um seinen Kommentar zu hören.

Neben Froderick trifft man im ersten Kapitel zum Beispiel auf eine Ozzy Osbourne Brunnenfigur, die durch ihre undeutliche Aussprache nur mit Untertitel zu verstehen ist, man trifft auf einen Raben,  dessen Verdauung durch abgetrennte Gliedmaßen angerregt wird oder man trifft man auf aufständische Ratten, die einen Aufstand gegen die heimische Katze planen.

Ein 2,5D-Adventure


Die Synchronisation machen die Charaktere perfekt. Die englische Synchronisation konnte durchweg überzeugen. Sofort verliebt man sich in Monas französischen Akzent oder auch in die quietschige Stimme Frodericks. Von der deutschen Synchronisation gibt es bis jetzt nur einen kleinen Ausschnitt, der auch überzeugen konnte.

 Die gezeichneten Hintergründe und Charaktere, allgemein die Optik, erinnert an Monkey Island 3. „A Vampyre Story“ ist ein 2,5D-Adventure, d.h. gezeichnete Hintergründe, werden mit 3D-Objekten vermischt. Im Vergleich zu Monkey Island 3 ist alles schöner geworden. Die dynamische Beleuchtung erzeugt eine großartige Atmosphäre, wenn Monas Gesicht durch ein loderndes Feuer erhellt wird. Die Animationen sind alle gelungen, sehr schön anzuschauen ist, wie Mona graziös durch die Hallen schreitet. Die Hintergründe wurden mit viel Mühe gezeichnet, aber nicht jeder besitzt so viele Details, wie man sich wünscht. Positiv ist, dass fast man fast alle Objekte in den Hintergründen benutzen kann.

Achtet man nicht auf alle Objekte, wird man nicht alle Anspielungen auf alte Adventures finden können. Im schlosseigenen Konzertsaal findet man direkt vor den Sitzen ein Armaturenbrett zum Verstellen der Scheinwerfer. Nicht nur die Schalter erinnern einen an „Monkey Island 3“, sondern auch der komplette Saal. Leider sind die Schalter kaputt.

Ersteindruck

Ja! „A Vampyre Story“ hat es geschafft. Nach langer Zeit fühlt man sich wieder, wie in einem alten Lucas Arts Adventure. Der Humor, die Rätsel oder auch die gut ausgearbeiteten skurrilen Charaktere, alles ist vorhanden. Zusätzlich werdet ihr mit einem hübschen Grafikstil verwöhnt. Nur die Schwierigkeit der Rätsel lassen Platz für Beschwerden. Werden keine Hilfefunktionen eingefügt, werden Einsteiger sehr oft zur Lösung greifen müssen.Wenn die restlichen Kapitel auf dem gleichen oder einem höherem Niveau sind und der Umfang nicht all zu knapp ausfällt, kann fast nichts mehr schief gehen. Fans von Kultadventures sollten auf alle Fälle das Spiel im Auge behalten.

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