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  Armed Assault

Paradiesisch ist es auf Südsahrani, einer fiktiven Insel irgendwo im Pazifik. Maria Quandt sendet einen 0815-Bericht über Sahrani als das Urlaubsziel schlechthin, die letzten amerikanischen Truppen packten ihre Sachen ein, denn Sahrani ist in den kommunistischen Norden und den Amerika unterstützten, demokratischen Süden unterteilt worden, die Sonne scheint, alles ist friedlich und ein paar Amerikaner geraten in einen Hinterhalt und werden getötet!

Heißer Konflikt



Wie sehr der Norden an Südsahrani interessiert ist, müsst ihr gleich in der ersten Mission am eigenen Leib miterleben, denn es ist euer Konvoi, der von den kommunistischen Truppen überfallen wird. Der HUMVEE vor euch explodiert, ihr und eure Kameraden fliehen aus dem zweiten Truppentransporter, um den Angriff zu überleben. Da aber die SLA mit T-72 und BMP-2 Panzern angreift, beleibt euch nur der befohlene Rückzug. Der kalte politische Konflikt wird heiß. Sofort erfolgt der Gegenschlag der Amerikaner, doch da sie truppenmäßig total unterlegen sind, scheitert dieser.

Fliegeralarm - Eine Hand voll Helicopter können verheerenden Schaden anrichten...


Schnell wird klar, dass es der Südstaat mit einem überlegenen Gegner zu tun hat. Doch wie es dem Südstaat gelingt, sich der Invasion zu widersetzten, erzählt die ca. 20 Missionen lange Hauptkampagne, die zum Durchspielen mehr als 15 Stunden benötigt, da fast jede Mission länger als dreißig Minuten dauert und ein Neustart der Missionen sehr häufig vorkommt. Ursache dafür ist nicht nur der hohe Realismusgrad der Kriegssimulation (wie Bohemia Interaktive Armed Assault selbst nennt), sondern auch die sich immer wieder ändernden Situationen. Die intelligente KI der Gegner reagiert auf die selbe Situation meist unterschiedlich, eine Erfolgstaktik kann nach einem Laden zum Ableben führen. Das macht ArmA sehr spannend und dynamisch, kann aber auch zum totalen Neustart einer Mission führen, wenn zum Beispiel dank Bug wichtige Truppentransporter nicht erscheinen und sich das Missionsskript aufhängt. Dies kommt leider trotzt gepatchter „Armed Assault“-Versionen immer wieder vor. So sollen man in einer Mission ein Munitionsdepot bewachen. Man erschießt alle gegnerischen Kommandoeinheiten, doch die Mission will nicht enden. Nach 20 Minuten ladet man die Mission komplett neu, erschießt die Spezialeinheit erneut und schon nach 5 Minuten ist die Mission gewonnen. Derartige Skriptbugs kommen leider immer wieder vor, sodass die ein oder andere Mission neugestartet werden muss.


Von A nach B Soldat!



Die einzelnen Missionen sind allesamt ähnlich gestrickt. Entweder müssen wir eine Stellung halten, oder einen Punkt erobern. Doch die Missionen enden nicht immer in einem Erfolg. So sollen man zum Beispiel der kommunistischen SLA (Sahrani Liberation Armee) eine Falle stellen. Dazu wird man mittels Jeep bei einer Brücke abgesetzt. Diese vermint man befehlsgetreu und zieht sich anschließend hinter eine Häuserecke und in Zünderreichweite zurück. Auf den Sprengbefehl hin zündet man die Bomben, die Brücke fällt in sich zusammen, ein BMP2 und ein vollbesetzter Truppentransporter stürzen in die Fluten und in den Tot. Jetzt sollte man eigentlich die in die Stadt eingefahrenen feindlichen Panzer vernichten und dann zum dritten Platoon zurückkehren, doch aus der Panzerhatz wird nichts. Stellt man sich den Panzern, lebt man innerhalb kürzester Zeit ab. Also ändert man selbst den Missionsplan und zieht sich gleich zum 3. Platoon zurück. Als man beim 3. Platoon oberhalb der Stadt ankommen ist, werden eure Kameraden aufgerieben, ihr müsst flüchten. Leider hat uns kein virtueller Kommandeur den Rückzugsbefehl gegeben, sodass ihr nicht über ein Scheitern der Mission und einen nötigen Rückzug informiert worden seid. Nachdem ihr den Fluchtpunkt erreicht habt, ist die Mission bestanden, im Nachhinein wird klar, dass ihr gar nicht die Schlacht gewinnen hätten können, und sollen. Leider ist dies nicht der einzige Missionsschnitzer und so leiden die guten Kampfmissionen zu einem Drittel unter Skriptfehlern und Schnitzern im Missionsdesign.

So soll man ein Dorf von gegnerischen Truppen säubern? Kein Problem! Also schallgedämpftes Sturmgewehr raus und gib ihm! Alle Gegner sind tot, aber die Mission ist noch nicht gewonnen?! Auch hierfür gibt es eine einfache Erklärung: Anders als im Missionsbriefing hätte man sich oberhalb des Dorfes mit der 2. Angriffstaffel treffen sollen. Der Missionsauftrag schickt den Spieler dagegen mitten auf den Dorfplatz. Die Soldaten des eigenen Squads werden beim Eroberungsversuch fast komplett eliminiert, die 2. Angriffsstaffel wird auch bis auf einen Überlebenden ausradiert. Man trifft sich nun irgendwo im Dorf und nichts geschieht, die Mission ist nicht gewonnen, man soll wegen eines KI Befehls warten... Aber das wäre ein zeitintensiver Fehler, denn die Mission kann nicht mehr gewonnen werden. Dieses Mal schnappt man das Truppenkommando, radiert vorsichtig die ersten Gegner aus, schleicht sich am Dorf vorbei, erledigt die restlichen Schurken und stößt auf die 2. Staffel. Jetzt erst ist klar, warum die Mission scheiterte: In dem Augenblick, in welchen man sich der 2. Staffel anschließt, spawnen weitere Gegner im Dorf. Sind diese erledigt, ist die Mission bestanden.

Im Gegensatz zu den erwähnten und etwas problematischen Missionen stehen die sonstigen und funktionierenden Aufträge. So schickt Armed Assault
den Spieler als Truppenführer in einen Stryker, dieser fährt auf einer Landebahn ein, die von der SLA angegriffen wird. Mittels der F-Tasten wählt man nun die eigenen Kameraden aus und gibt ihnen – wie im Vorgänger Operation Flashpoint – verschiedene Befehle. So könnt ihr eure Kollegen anweisen, gewisse Punkte auf der Karte zu erreichen, oder aber auch die verschiedenen Gegner anzugreifen.

Dabei entscheiden die einzelnen untergebenen Soldaten nach ihrer Fähigkeit, ob sie einen Befehl ausführen können, oder nicht. Schickt man zum Beispiel das gesamtes Spuad gegen einen Panzer vor, verweigern alle Soldaten, die nicht über Panzerabwehrgeschütze verfügen, den Angriff, die übrigen erfüllen ihren Auftrag zur vollsten Zufriedenheit und zerstören das feindliche Fahrzeug. Insgesamt ist die Befehlsstruktur gegenüber Operation Flashpoint verbessert worden. Eure Kameraden haben dazugelernt. Sie geben jetzt nicht nur komplexere Befehle, sondern agieren viel zuverlässiger auf eure Befehle. Weist ihr euren Männern an, „verdeckt“ vorzugehen, beschränken sich ihre Fortbewegungsmethoden auf Robben und geducktes Laufen. Die richtige Fortbewegungsmethode spielt in Armed Assault wie in keinem anderen Spiel eine wichtige Rolle, denn sie entscheidet über Leben und Tod. Da die Bewegungen der Soldaten alle realistisch gestaltet wurden, muss die Körperhaltung der Gefahrensituation angepasst werden. Ist ein Panzer in der Nähe, ist das Robben die einzige Möglichkeit, die Situation zu überleben, wer aufrecht im Gefecht steht, wird zum Kugelfang. Äußerst realistisch gestalten sich auch sonstige Einflüsse auf den Spieler. Nebel und Regen verdecken dem Spieler die Sicht, ihr erkennt Gegner erst, wenn sie ziemlich nah an euch herantreten konnten. Wenn man sprintet, muss sich euer Atem erst wieder beruhigen, bevor ihr mit eurem Gewehr ruhig zielen könnt. Seid ihr zu stark verwundet, könnt ihr nur noch kriechen, solltet Treffer in die Beine eingesteckt haben. Da Armed Assault eine Kriegssimulation ist, muss auch sehr häufig auf den Feind gewartet werden, bis sich dieser über eine Hügelkuppe zum Beispiel vorankämpft, erst dann könnt ihr den Gegner gefahrlos in die Mangel nehmen. Meist geschehen Schusswechsel auf weite Distanzen. Wie im richtigen Krieg auch, wird der Nahkampf, er ist schnell unübersichtlich und verringert enorm die Überlebenschancen, nach Möglichkeit gemieden. Oftmals kommt es beim Spielen von Armed Assault vor, dass Gegner schlichtweg übersehen werden, da sich deren Tarnkleidung enorm gut in die Umgebungsgrafik einfügt. In einem Einsatz zum Beispiel stirbt man häufig, weil man von allen Seiten beschossen wird, aber den Gegner nicht sehen kann. Dieser versteckt sich in den unzähligen Gebüschen und ist lediglich durch sein Mündungsfeuer zu erkennen, dies allerdings zu spät.


Moderne Waffensysteme



Allerlei moderne Waffen kommen in Armed Assault zum Einsatz. Nicht nur das berühmte M-16 Gewehr ist Teil des Konfliktes, sondern auch das M60 MG oder das russische Gegenstück, das PK. Auch sind sämtliche Waffen mit modernen Hilfsmitteln ausgestattet, so z. B. die M-16 mit Leuchtpunktzielvisier, welches dem Spieler das Zielen über große Distanzen erleichtert. Jede Waffe in Spiel verfügt über eine realistische Zielansicht, ein einfache M-16 wird über Korn und Kimme gezielt, das Scharfschützengewehr verfügt über ein Zielkreuz.

Mit einem hier sichtbaren T-80 Panzer sind die Soldaten relativ gut geschützt und gleichzeitig gewappnet für feindliche Stellungen...


Alle Geschosse in Armed Assault sind mit einer realistischen Schussparabel ausgestattet und gehen physikalisch korrekt zu Boden. Das bedeutet für einen Schafschützen, dass er auf große Distanzen höher zielen muss, um den Gegner auch zu treffen. Grundsätzlich sind die Trefferzonen in Armed Assault unterschiedlich, ein Kopftreffer tötet sofort, Schüsse in den Unterleib töten erst beim dritten Mal. Aber nicht nur Soldatenwaffen stehen in realisticher Auswahl zur Verfügung, sondern auch verschiedene Großwaffensysteme, wie der Abrahamspanzer, oder ein Harrier-Kampfjet. Wie auch schon bei der Soldatensimulation sind die Großwaffen realistisch gestaltet. Anders als in Battlefield 2 braucht man drei Soldaten, um einen Panzer zu bedienen, einen Kommandeur, einen Fahrer und einen Schützen. Erst deren Zusammenspiel macht den Panzer gefährlich. So ähnlich wie mit den Panzern ist es auch bei den Helikopter, bei denen ein Soldat die Rolle des Piloten, der andere die Rolle des Bordschützen übernimmt. Apropos Helikopter: Diese steuern sich in Armed Assault wie die Helikopter aus Desert Combat 0.5 – nämlich enorm kompliziert. Es benötigt schon ein bisschen Übung, um das Kampfgerät in der Luft zu halten, geschweige dennoch es zu landen.


Der Mulitplayer


Armed Assault verfügt über einen exzellenten Mehrspielermodus. Dieser spielt sich ähnlich wie die Solokampagne. Das Merkmal liegt nicht im wilden und sinnlosen Rushen, sondern im taktischen und behutsamen Vorgehen. Wer in einer Multiplayerpartie hauptsächlich durch die Landschaft läuft, wird ebenso schnell erschossen, wie in den Kampagnenmissionen. Grundsätzlich gibt es die Standardmultiplayervarianten wie Deathmatch (Jeder gegen Jeden), aber auch Capture the Flag, aber auch diverse Missionsszenarien wie Kooperativ gegen KI-Gegner vorgehen, ein Dorf halten oder einnehmen oder einen Scharfschützen (KI oder menschlicher Spieler) des Nachts im Team eliminieren. Diese Multipalyerpartien sind gegen menschliche Gegner noch spannender. Eine Begrenzung der Spielerzahlen findet nicht statt, die Hardware des Servers legt fest, wie viele Spieler an einer Partie teilnehmen können. Wegen des hohen Realismusgehalts wird wohl Armed Assault der Toptitel für Clans werden, die sich jenseits von stupiden Onlineballereien, beschäftigen wollen.
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